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Führen die Massenproteste in Hongkong zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft?

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Die Entwicklung in Hongkong hat eine tiefe historische Bedeutung. Seit Tienanmen wurde Chinas Autokratie nicht mehr so deutlich öffentlich herausgefordert. Wie die Demonstrationen die besondere Beziehung zwischen China und Hongkong langfristig beeinflussen werden, ist noch ungewiss. Derzeit stellt sich vor allem die Frage, wie die Wirtschaft und die Börse in Hongkong überleben. Unserem Basisszenario zufolge geht zwar die Wirtschaftsaktivität zurück, insbesondere der Tourismus, doch ist nicht sofort mit einem Zusammenbruch zu rechnen. Die Konfrontation zwischen Demonstrierenden und Behörden eskaliert möglicherweise, aber gewalttätige Proteste führen in Asien selten zu Konjunkturflauten oder Rezessionen. Ähnliche Bewegungen bewirkten sogar politische Reformen und begünstigten die Wirtschaft. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit sind Thailand, die Philippinen, Malaysia und Südkorea. Da China Hongkong fest im Griff hat, sind umfassende Reformen unwahrscheinlich. Wir rechnen damit, dass die Spannungen nachlassen und sich Hongkong wirtschaftlich schnell erholt.

Hongkong ist eine sogenannte Sonderverwaltungszone von China. China regiert die Insel nach dem Prinzip «ein Land, zwei Systeme», das 1997 eingeführt wurde, als die ehemalige britische Kolonie an die Volksrepublik China ging. Die Regierung hat offensichtlich die aktuelle Lage, die Folge einer vorgeschlagenen Novellierung des Auslieferungsgesetzes, völlig falsch eingeschätzt. Die Entwicklung der Straßenproteste zu einer echten Revolutionsbewegung war eigentlich vorauszusehen. Die Spannungen begannen bereits 2014, als China beschloss, dass ein chinesisches Ausschuss und nicht mehr die Wähler von Hongkong den Verwaltungschef der Insel bestimmen würde Diese Massnahme löste die Regenschirmbewegung von 2014 aus. Die Massenproteste dauerten nur 80 Tage, aber sie legten den Grundstein für die Revolution. Unter jungen Menschen ist die Unzufriedenheit besonders hoch. Im Durchschnitt sind die Demonstrierenden höchstens 29 Jahre alt und haben eine tertiäre Ausbildung. Zudem hat es die Bewegung gelernt, zukunftsweisende Techniken anzuwenden, um sich zu organisieren. Die Macht der sozialen Medien ist hier entscheidend. Hätte es freie Wahlen gegeben, hätten die Hongkonger wohl nicht für die von China bestimmte Regierungschefin Carrie Lam gestimmt, deshalb konnte sie nie das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen.

Diese Hintergrundinformation erklärt, warum die Demonstrierenden sich anfangs gegen das geplante Auslieferungsgesetz stellten, heute aber die Freiheit der Menschen fordern. Zwei der fünf Forderungen der Protestierenden haben Schwerpunkte, die über die Gesetzesnovelle hinausgehen. Unseres Erachtens kehrt die unbeschränkte Demokratie, wie sie vor 2014 verstanden wurde, nicht nach Hongkong zurück. Wir erwarten auch keine deutliche Änderung auf Regierungsebene. Eine der Forderungen der Demonstrierenden wurde erfüllt: die ersatzlose Streichung des Auslieferungsgesetzes. Unserer Meinung nach müssen sich die Demonstranten mit einem Kompromiss zufriedengeben. Dennoch ist eine Demokratie nach US-Vorbild nicht unbedingt eine Voraussetzung für ein friedliches und positives Anlageklima in Hongkong. Hongkong wird an wichtigen Vorrechten festhalten, etwa eine eigene Währung, sowie an der Fähigkeit, Handelsabkommen abzuschliessen und eine unabhängige Geldpolitik zu betreiben. Interessanterweise bedeutet die Einzelstellung von Hongkong, dass die Sonderverwaltungszone die Zölle, welche die USA China auferlegt, nicht zu zahlen braucht. Es handelt sich hier um wesentliche Vorteile, wenn Hongkong seine Rolle als Finanzzentrum und Wirtschaftszentrum für Asien beibehalten soll. Auch Beijing ist diese Funktion von Hongkong wichtig (zudem halten chinesische Banken hohe Beteiligungen in Hongkong – USD 1.1 Billionen im Jahr 2018). Diese Einstellung bestätigt unsere Einschätzung, dass derzeit kein Risiko für das Prinzip der «zwei Systeme» besteht. Wenn sich die Anleger an die Massenproteste gewöhnen, werden sie auch herausfinden, dass Hongkong Investoren weiterhin wesentliche Vorteile bietet: einfacher Zugang zu Kapital, wenig Regulierung, eine starke Währung und gut qualifizierte Arbeitskräfte.

Auf kurze Sicht widerspiegeln sich die Auswirkungen der Demonstrationen auf die Hongkonger Wirtschaft – vor allem auf Tourismus und Einzelhandel –, zu denen noch der Handelskonflikt zwischen den USA und China kommt, in den Konjunkturdaten. Ein beliebtes chinesisches Sprichwort lautet: «Du arbeitest Tag und Nacht». Das gilt auch für Hongkong. Die für die Region typische Arbeitsethik und die hohe Produktivität ermöglichen es der Wirtschaft gewiss, sich schnell zu erholen, wenn die Proteste wieder nachlassen, was sie unweigerlich tun werden. Ferner dürfte die ebenfalls unvermeidbare Entspannung des Handelskonflikts zwischen den USA und China die Risikofreude in Hongkong wieder anfachen. Auch der Hang Seng Index ist seit dem protestbedingten Tief bereits merklich gestiegen.

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