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Research Market strategy
by Swissquote Analysts
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Zwei Facetten des Euro: Reserve im Vergleich zu prozyklischer Währung

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Der Euro ist aktuell nach dem US-Dollar die zweitgrösste Reservewährung weltweit und steht für 20 % der von Regierungen gehaltenen und zur Wertlagerung, für internationale Transaktionen, Anlage und sonstige Zwecke verwendeten ausländischen Währungsreserven.

Theoretisch ist ein wichtiger Aspekt einer Reservewährung ihre Stabilität. Da eine Reservewährung für internationale Transaktionen verwendet werden könnte, besteht eine stabile organische Nachfrage. Als solches sind Wertschwankungen weniger ein Problem, wenn man eine Reservewährung hält.

Andere wichtige Merkmale sind ein solides zugrunde liegendes BIP-Schulden-Verhältnis, eine starke Bilanz der Zahlungspositionen und die Verfügbarkeit grosser und angemessener Wertpapiere, die auf Reservewährungen lauten.

Wenn man natürlich an das Beispiel US-Dollar denkt, belasten die hohen und stets steigenden Staatsschulden seinen Status als wichtige Reservewährung nicht unbedingt, da die grosse Auswahl an bewährten Wertpapieren und die Prozentzahl an internationalen Transaktionen in US-Dollar dem Greenback ihre Glaubwürdigkeit verleihen.

Gilt dasselbe auch für den Euro?

In diesem Artikel werden wir uns die beiden Facetten des Euro ansehen: eine Reservewährung und eine prozyklische Währung.

Der Euro, die Reservewährung

Die Reservewährungen bringen ihren Inhabern üblicherweise niedrigere Zinsen. Heutzutage sprechen wir sogar über negative Zinsen.

Deshalb sind die Anleger versucht, zu Zeiten mit günstigen Währungsbedingungen auf Währungen mit höheren Renditen überzugehen und zu schwierigen finanziellen Zeiten Schutz in Reservewährungen zu finden.

Diesbezüglich haben wir während des Covid-19-Abverkaufs, der die Finanzmärkte im ersten Quartal 2020 getroffen hat, eine Flut an Kapitalflüssen in die Einheitswährung gesehen.

Der Euro verzeichnete gegenüber den Betawährungen wie dem Aussie und Kiwi hohe Gewinne. Der EURAUD stieg auf seinen höchsten Wert in mehr als einem Jahrzehnt, während der EURNZD zum ersten Mal seit 2011 die 1,90-Marke überschritt. Die Einheitswährung legte zwischen Januar und Mai gegenüber der türkischen Lira um mehr als 20 % zu und fast 35 % gegenüber dem südafrikanischen Rand.

Eine bessere Marktstimmung in der zweiten Hälfte des 2. Quartals lockerte den Kaufdruck auf den Euro gegenüber den meisten oben genannten Währungen mit Ausnahme der Lira.

In der Zwischenzeit stieg der nominale effektive Wechselkurs des Euros, der einen gewichteten Durchschnitt der nominalen bilateralen Kurse zwischen dem Euro und einem Korb an ausländischen Währungen darstellt, zwischen Januar und März stark, ging bis Mai zurück und erholte sich dann bis Juni auf die Höchstwerte seit September 2018, was andeutet, dass die Schwankungen des Euros eine negative Korrelation zur Gesamtrisikostimmung an den globalen Finanzmärkten aufwies. Die Nachfrage nach dem Euro, der Reservewährung, blieb zu Zeiten der wirtschaftlichen Unruhe, stark. Die begrenzte Euronachfrage im Vergleich zum Yen und dem Schweizer Franken aufgrund des unwiderstehlichen Potenzials dieser Währungen als sicheren Hafens war aber eine Ausnahme.

Der Euro, die prozyklische Währung?

Die Euroaufwertung auf handelsgewichteter Basis könnte einige Händler überraschen, die während der Covid-Krise über das Währungspaar EURUSD den Schwankungen des Euros gefolgt sind. In der Tat war das Verhalten des Euros eher so, wie wir es von einer prozyklischen Währung gegenüber dem US-Dollar erwarten: Aufwertung zu guten Zeiten und Abwertung zu schlechten Zeiten, genau das Gegenteil von dem, was man von einer Reservewährung erwarten würde.

Und da der EURUSD weltweit das eindeutig am häufigsten gehandelte Währungspaar ist, macht es Sinn, zur prüfen, welche Faktoren zu diesem Verhalten geführt haben.

Warum hat der EURUSD nicht widergespiegelt, was an den Euromärkten anderswo vorgeht?

Der globale Dollaranstieg im März hat keine Währung unbeschadet gelassen, auch nicht den Yen, Schweizer Franken und Euro. Der EURUSD fiel zwischen Februar und März 7,5% und seit diesem Zeitpunkt schwankte das Paar parallel zur globalen Risikostimmung gegenüber dem Greenback in einem typischen prozyklischen Muster - höher bei starker Risikobereitschaft, tiefer bei weniger Risikobereitschaft.

Das liegt nicht unbedingt an dem starken Anstieg der Staatsschulden in der Eurozone zur Unterstützung ihrer Wirtschaften, die stark von der Covid-Pandemie getroffen wurden, sondern an der Unfähigkeit der Währungshüter der Eurozone, eine Einigung zu finden, wie man die hohen Schulden des Raums kofinanzieren könnte. Die europäischen Peripherieländer wie Italien und Spanien, die lange unter den strengen Sparmassnahmen zur Verwaltung ihrer Schulden gelitten haben, fanden sich in einer schwierigen Position, gezwungen, ihre Regierungsausgaben auf jeden Fall zu erhöhen, da sie am stärksten unter der Pandemie litten, während die «Frugal Five», Österreich, Dänemark, Deutschland, die Niederlande und Schweden weiter aufgrund der nicht kontrollierbaren steigenden südlichen Schulden skeptisch bleiben.

Dazu hat der deutsche Gerichtshof die Europäische Zentralbank (EZB) wegen ihres massiven Staatsanleihenkaufprogramms angegriffen und Fragen über die Durchführbarkeit der ultralockeren Geldpolitik der Bank aufgeworfen und so die Erholungserwartungen im Euroraum behindert.

Aber das allgemeinere Bild zeigt, dass keines dieser Bedenken dem Vertrauen der Anleger in den Euro geschadet hat.

Die europäischen Regierungen arbeiten aktuell an einem historischen steuerlichen Hilfspaket im Wert von 750 Mrd. Euro und die EZB bleibt dabei, weitere Anlagen zu kaufen, überzeugt, dass sie die richtigen Argumente hat, ihre übertriebenen politischen Entscheidungen zu rechtfertigen und ihre immens unterstützende Geldpolitik fortzusetzen.

Somit ist und bleibt der Euro trotz seines prozyklischen Verhaltens gegenüber dem Greenback eine solide Reservewährung. Somit sollte der wertvolle Status der Reservewährung das Potenzial der Einheitswährung gegenüber dem US-Dollar um die Parität begrenzen, sollten an den Währungsmärkten globale neue Belastungen auftauchen.

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