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Research Market strategy
by Swissquote Analysts
Live Analysis

Ist das Wachstum tatsächlich in Gefahr?

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Die Weltwirtschaft wächst langsamer. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die geopolitische Ungewissheit. Insbesondere die Handelskonflikte belasten das Geschäftsklima. Die Spannungen drücken auf die Investitionen und destabilisieren die Lieferketten in Asien. Auf der ganzen Welt geben die Wirtschaftsindikatoren nach. Auch die ersten im Juli verzeichneten Daten deuten nach wie vor auf eine Schwäche. Ein negativer Geschäftsausblick, ob er sich nun tatsächlich verdüstert oder nicht, veranlasst die Unternehmen, die Produktion zu bremsen und führt zu einem niedrigeren Ausstoss. Der globale Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe deutet praktisch auf ein Einhalten der Industrieproduktion im Juni. Der Dominoeffekt ist jetzt auf internationaler Ebene zu spüren. Die gespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China haben das annualisierte Wachstum schätzungsweise um 1 Prozent gesenkt. Unseres Erachtens hängt die Entwicklung des globalen Wachstums völlig von der Richtung ab, welche die Handels- und sonstigen geopolitischen Konflikte einschlagen.

Die Zentralbanken stehen jetzt an einem Scheideweg. Sollen sie sich mit der sich bereits abzeichnenden Verlangsamung abfinden oder mit gezogenen Waffen eingreifen, um einen weiteren Rückgang zu vermeiden? Die Europäische Zentralbank (EZB), die sich um das aktuelle Wachstum und die Inflationsaussichten sorgt, signalisierte eine geldpolitische Lockerung im September. Diese Woche ist damit zu rechnen, dass die Bank of Japan einen härteren Kurs bezüglich der Leitzinsen ankündigt, jedoch ihre Bereitschaft zu verstehen gibt, gegebenenfalls weitere geldpolitische Lockerungsmassnahmen zu ergreifen. Die Bank of England trägt das Joch des Brexits, aber ihr Massnahmenpaket tendiert in Richtung einer weiteren Lockerung. Die FOMC-Sitzung vom 30. bis 31. Juli stellt im aktuellen globalen geldpolitischen Zyklus einen wesentlichen Augenblick dar.

Diese Woche teilt die US-Notenbank Fed der Welt ihre einflussreiche Geldpolitik mit. Die lockere Haltung der Fed in jüngster Zeit weist darauf hin, dass der Ausblick ihren Mitgliedern ernstlich Sorgen bereiten. Dennoch ist nicht sicher, wie sich diese Sorgen auf die Geldpolitik niederschlagen. Zentralbankchef Jerome Powell erklärte kürzlich, die Fed wolle «der Lage entsprechend handeln, um die Expansion zu unterstützen». Die Fed Funds Futures preisen Zinssenkungen um 30 Basispunkte ein. Die Märkte rechnen mit einer mässigeren Haltung der US-Notenbank, die auf weitere Zinssenkungen hinweist. Neben der erwarteten Zinssenkung um 0.25 Prozentpunkte bestehen andere Szenarien, die sich deutlich auf den Markt auswirken würden.

Keine Zinssenkung

Niemand zweifelt daran, dass sich die Konjunktur weltweit abkühlt. Handelt es sich um eine natürliche Verlangsamung am Ende des Zyklus oder steuern wir auf eine Rezession zu? Die Positionierung der Zinskurve, sowohl die inverse Zinsstruktur in den USA als auch die negativ rentierenden Anleihen anderweitig, eröffnet eine besorgniserregende Perspektive. Der US-Wirtschaftsmotor ist jedoch noch nicht ins Stottern geraten. Im 2. Quartal legte die Wirtschaftsleistung in den USA um 2.1 Prozent zu. Das sind zwar deutlich weniger als der zuvor verzeichnete BIP-Zuwachs um 3.1 Prozent, trotzdem ist eine für das Gesamtjahr 2019 prognostizierte Wachstumsrate von 2.4 Prozent nicht zu verachten (und wird von vielen Staaten in der westlichen Welt angestrebt). Die soliden Ausgaben der Haushalte und der öffentlichen Hand gleichen den Rückgang in geopolitisch anfälligen Teilen der Wirtschaft wie Unternehmensinvestitionen aus. Die Konsumausgaben, auf die mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsaktivität entfallen, stiegen im 2. Quartal sprunghaft auf 4.3 Prozent, ein Rekord seit Ende 2017. Nach einigen ungewissen Monaten zeigen die Beschäftigungszahlen, dass die Wirtschaft in den USA im Juni 224'000 neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen hat. Auch die Bezahlung verbessert sich: Der Stundenlohn stieg durchschnittlich um 3.1 Prozent. Angesichts dieses Tempos dürften mehr Amerikaner auf Arbeitssuche gehen, was sich bereits in der Zunahme der Erwerbsquote ausdrückt. Fakt ist, dass die US-Wirtschaft nach wie vor von Konsumausgaben getragen wird. Angesichts der sehr robusten Einzelhandelsergebnisse, die den Ausgaben der finanziell soliden US-Konsumenten zu verdanken sind, legen sich wohl die Sorgen, dass das Wachstum einbrechen könnte. Die US-Notenbank fürchtet vielleicht makroökonomische Hindernisse, die sich bislang allerdings noch nicht in den Daten der Binnenwirtschaft niedergeschlagen haben. Warum also die Panik? Die Fed hat die Zinssätze in den letzten drei Jahren allmählich angezogen. Eine nachvollziehbare Verlangsamung nach der längsten jemals verzeichneten Expansionsphase ist aufmerksam zu beobachten, aber Versuche, sie zu beeinflussen, sind besser zu vermeiden.

Zinssenkung um 50 Basispunkte

EZB-Chef Mario Draghi erklärte, der Ausblick «würde sich verschlechtern». Es ist also einfach nur eine Frage der Zeit, bis die US-Wirtschaft tatsächlich einen Schwächeanfall verzeichnet. Stimmungsbarometer wie der Flash PMI Index für die USA und Europa, die Tankan-Umfragen in Japan und das Ifo-Geschäftsklima in Deutschland deuten ausnahmslos auf einen steilen Absturz. Die Handelskonflikte haben das Vertrauen der Unternehmer weltweit untergraben, die globale Nachfrage geschwächt und die Ungewissheit der Nachfrage erhöht. Die Auslastungsquoten nehmen bereits ab, was wohl zu einem weiteren Rückgang der Investitionen führt. Das zukünftige Wirtschaftswachstum hängt stark von Unternehmensinvestitionen in den Sektoren ab, in denen der Optimismus schwindet. Die BIP-Zahlen deuten auf eine steigende Inflation im letzten Quartal, obwohl der Trend klar unter dem 2 Prozent-Ziel der US-Notenbank liegt. Begründet würde ein Zinssenkung um 50 Basispunkte wohl damit, dass die Fed die Zinsen nicht aufgrund der aktuellen Konjunkturdaten senkt, sondern proaktiv handelt. Gemässigte Kommentare von New York Fed Präsident John Williams und Vize Richard Clarida erhöhten die Erwartung, dass die Fed diese Woche die Zinsen deutlicher senken könnte. «Wenn man nur eine bestimmte Anzahl von Anreizen zur Verfügung hat, zahlt es sich aus, die Zinsen schon bei den ersten Anzeichen wirtschaftlicher Probleme zu senken», so Williams kürzlich in einer Rede. Zur Förderung der weltweiten Expansion bzw. der Fortsetzung des Wachstums in den USA wäre es strategisch wohl am wirksamsten, «dem System einen Schock zu versetzen». Die US-Notenbank würde sich direkt an die Unternehmen wenden und erklären, sie sei bereit, das Risiko um jeden Preis zu senken, und fordert daher die Unternehmen auf, die Investitionen zu erhöhen und wie gewohnt zu agieren, business as usual.

Marktreaktion

Alle, die unsere Analyse lesen, wissen, dass die Zentralbankpolitik unseres Erachtens der ausschlaggebende Faktor für die Bewertung der Vermögenswerte ist. Die Entkupplung der Fundamentaldaten und der erwarteten Lockerung der Zentralbanken zeigt sich am besten an den Aktienmärkten. Aus diesem Grund sind wir den Titeln im S&P 500 gegenüber negativ eingestellt, wenn die Fed die Zinsen nicht senkt, während eine Senkung um 50 Basispunkte uns optimistischer stimmen würde.

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